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Deine Begeisterung durch das Schuljahr retten

Wir sind umgezogen!

Stressfrei Unterrichten heißt jetzt „LehrerDasein“ – und ist passenderweise auch umgezogen:

www.lehrerDasein.de

Schau doch gleich mal vorbei!

Zu Anfang des Schuljahres bist du begeistert. Energiegeladen. Voller Tatendrang, Ideen und guter Vorsätze.

In diesem Schuljahr wirst du alles besser machen. Du wirst endlich schülerzentrierter arbeiten. Deine Klassenarbeiten schneller korrigieren. Individuellere Rückmeldung geben. Endlich den wirklich guten Unterricht halten, den du eigentlich halten willst.

Kurz: Du bist hoch motiviert, dieses Mal wird alles anders – und vor deinem Arbeitszimmerfenster tanzen glitzernde Einhörner. 😉

Kennst du diese Gefühle?

Dann kennst du sicher auch das, was in den Wochen und Monaten darauf passiert.

Es fängt ganz langsam und schleichend an. Irgendwie bricht der Alltag über dir zusammen, ohne das du es merkst. Die ersten Klassenarbeiten kommen – und liegen leider immer noch unkorrigiert auf deinem Schreibtisch. Individuelle Rückmeldung gibst du doch lieber erst zum Halbjahr hin, vorher wird es wohl nichts. Und während du am Anfang noch mühsam viele Stunden mit neuen Ideen und Konzepten ganz neu vorbereitet hast, musst du jetzt immer mehr auf deine altbewährten Strategien zurückgreifen, um überhaupt noch über die Runden zu kommen.

Es ist einfach zu viel anderes zu tun, und die Zeit reicht nicht mal für einen Bruchteil dessen, was du dir vorgenommen hattest.

Ach ja, und die Einhörner hast du auch schon ein ganzes Weilchen nicht mehr gesehen…

In anderen Worten: Das Schuljahr hat dich wieder, mit allen Anforderungen und Herausforderungen.

Ich bin mir sicher, dass die allermeisten Lehrer diesen Zyklus nur allzugut kennen – ihn wahrscheinlich jedes Schuljahr wieder und wieder erleben. Und weißt du auch, was ich an Lehrern gerade deshalb so wahnsinnig liebe?

Die Fähigkeit, jedes Jahr in den Sommerferien den ganzen Frust über das vergangene Schuljahr und die ganze Unzufriedenheit mit sich selbst wegzupacken, tief Luft zu holen und dann von neuem begeistert (und mit vielen Plänen und guten Vorsätzen) ins nächste Schuljahr zu starten.

Das ist eine Frustrationstoleranz und vor allem eine Liebe zum Beruf und zu den dir anvertrauten Menschen, wie sie nur wenige andere Menschen haben.

Und bevor wir überlegen, wie du dir diese Motivation und Begeisterung vom Schuljahresanfang wenigstens teilweise über das Schuljahr retten kannst, solltest du dir kurz Zeit nehmen und einfach mal richtig stolz auf dich sein:

Darauf, dass du immer noch begeistert sein kannst.

Darauf, dass dir deine Schüler so wichtig sind, dass du deine eigene Arbeit immer noch weiter verbessern willst, anstatt jedes Jahr nur den gleichen Film abzuspulen.

Und vor allem darauf, dass du bereit bist, dich immer wieder und wieder mit dir selbst und mit deinen Versäumnissen auseinanderzusetzen.

All das ist unendlich viel wert, auch wenn dich wahrscheinlich nie jemand dafür lobt!

Aber nur dich selbst zu loben hilft dir ja noch nicht gegen die Enttäuschung und den Frust, wenn es dieses Schuljahr wieder nicht so läuft, wie du es dir vorgenommen hattest.

Stattdessen wäre es doch toll, wenn du wenigstens einen Teil dieser anfänglichen Begeisterung und Motivation durch das Schuljahr hindurch retten könntest.

Vielleicht reicht es dann nicht für alles, was du dir vorgenommen hast. Aber allemal besser, „nur“ einen Teil umzusetzen und dabei noch Spaß zu haben, als sich spätestens vor den Osterferien dann doch wieder wie ein Versager zu fühlen, oder?

Hier also meine sieben Tipps, mit denen du motiviert und mit Schwung durch dein Schuljahr kommst:

Tipp 1: Weniger ist mehr

Deine Schüler lernen auch nicht alles auf einmal, oder? Von dir selbst erwartest du aber immer, dass du ganz viele Dinge gleichzeitig verändern kannst. Manchmal mag das ja sogar funktionieren, aber in der Regel ist es besser, wenn du dir EINEN Bereich vornimmst, in dem du besser werden willst.

Das ist überschaubar, und du musst nicht an so vielen Fronten gleichzeitig kämpfen.

Und wenn du das geschafft hast, kannst du dir ja sofort die nächste Sache auf deiner Liste vornehmen.

Tipp 2: Baustellen sind besser als Ziele

Ironischerweise könnte das auch das Motto unseres neuen Hauptstadtflughafens sein… Aber während man sich bei einem Flughafen oder anderen Bauwerk doch irgendwie wünscht, dass es irgendwann mal „fertig“ und benutzbar ist, ist das bei Menschen (zum Glück!) nicht ganz so einfach. Wäre doch auch schlimm, wenn wir einfach eines Tages mal „fertig“ und benutzbar wären, und das war’s dann für den Rest unseres Lebens gewesen…

Deshalb ist es zwar toll, wenn du dir Ziele vornimmst. („Ich korrigiere alle Klassenarbeiten in diesem Schuljahr innerhalb einer Woche.“)

Noch besser ist es, wenn du dir konkret überlegst, wie du diese Ziele erreichen kannst. („Deshalb blockiere ich mir schon beim Festlegen der Klausurtermine gleich die Nachmittage in meinem Kalender, die ich zum Korrigieren brauchen werde.“)

Am Besten ist es aber, wenn du dich selbst und das, was du an deinem Verhalten ändern möchtest, als Baustelle ansiehst. Als Work in Progress. Als etwas, was du immer weiter verbessern kannst, ohne jemals „fertig“ zu werden.

Dann kannst du dich in Ruhe deiner drängendsten Baustelle widmen und auf deine Erfolge stolz sein (egal, wie klein sie vielleicht aussehen) – anstatt dich an Idealvorstellungen zu messen, die du im wahren Leben sowieso nie erreichen kannst.

Und du brauchst nicht mehr enttäuscht zu sein, wenn du „nur“ einen Teil von dem erreicht hast, was du dir vorgenommen hattest.

Tipp 3: Dich selbst erinnern

Diese Baustelle, die du dir also für dieses Schuljahr vorgenommen hast… das ist wahrscheinlich etwas, was dir sehr wichtig ist. Und trotzdem ist es nur allzu menschlich, wenn du sie im Alltag immer wieder aus den Augen verlierst.

Alte Angewohnheiten sind mächtiger, als wir oft denken. Und im Schulalltag verlangen so viele Dinge nach deiner Aufmerksamkeit, dass du die individuelle Rückmeldung für deine Schüler an manchen Tagen ganz schlicht und einfach erst mal vergessen wirst, solange sie noch nicht zu einer festen Gewohnheit geworden ist.

Willkommen im Club! Warum soll dir das auch leichter fallen als allen anderen Menschen? 😉

Du brauchst also Mittel und Wege, dich selbst immer wieder an deine guten Vorsätze und an deine Ideen zu erinnern.

Ganz egal, ob das ein Zettel am Schreibtisch ist (oder am Badspiegel), der Bildschirmschoner am Computer oder dein Handyhintergrund… ob du dich mit einer Kollegin zusammen tust und ihr euch immer freitags in der Pause über eure Fortschrittte und Pläne austauscht… oder ob du irgendeinen anderen Weg findest, der in deinen Alltag passt:

Je präsenter deine Ideen und Pläne sind, umso leichter fällt es dir, sie im Alltag auch umzusetzen. Und damit erhältst du dir automatisch auch einen Teil deiner Begeisterung für das, was du vorhast.

Tipp 4: Gemeinsam stark

Angeklungen ist es im letzten Abschnitt schon, aber diese Sache ist so wichtig, dass ich sie noch einmal extra erwähnen will:

Die meisten Lehrer sind Einzelkämpfer.

Ich denke, dass dies zu großen Teilen systembedingt ist. Du bereitest deinen Unterricht alleine vor und erstellst dein Material selbst. Weder siehst du normalerweise den Unterricht von Kollegen, noch sehen sie deinen. Natürlich tauscht man sich gelegentlich mal aus oder gibt ein Arbeitsblatt weiter.

Aber bei allen sozialen Kontakten im Lehrerzimmer ist deine eigentliche Tätigkeit, das Vorbereiten und Unterrichten, das Korrigieren und der Umgang mit den Schülern, doch im großen und ganzen eine sehr einsame Sache.

Es liegt deshalb an dir, dir Unterstützung zu holen. Bestimmt gibt es einen Kollegen oder eine Kollegin, vielleicht sogar mehrere, die so ähnlich ticken wie du, und mit denen du dich zusammen tun kannst.

Ihr müsst ja für dieses Schuljahr gar nicht unbedingt die gleichen Dinge vorhaben. Tauscht euch einfach regelmäßig darüber aus, was ihr vorhabt, was ihr schon probiert habt, was gut geklappt hat und was nicht, und was ihr als nächstes versuchen wollt.

Das erhöht ganz enorm die Motivation, deine guten Ideen auch umzusetzen. Und nicht nur ist geteiltes Leid halbes Leid – geteilte Begeisterung und geteilte Erfolge sind auch doppelte Begeisterung und Erfolge.

(Extra-Tipp: Sich gelegentlich mal auszutauschen, wenn es grade passt, ist schon sehr gut. Einen festen Termin zu haben, und wenn es nur ein paar Minuten pro Woche sind, ist noch besser.)

Tipp 5: Begeisterung ist wichtiger als Recht zu haben

Im Lehreralltag geht es sehr oft darum, Recht zu haben. Die richtige Lösung zu finden. Keinen Fehler zu machen.

In deinem Leben ist das aber nicht immer das Wichtigste…

Deshalb ist es auch kein Problem, wenn du dir eine Baustelle vorgenommen hast – und dann mitten im Schuljahr merkst, dass jetzt etwas anderes wichtiger ist.

Du solltest dich zwar nicht an zu vielen Dingen gleichzeitig verzetteln. Aber neue Ziele zu fassen bedeutet nicht, dass du am Anfang etwas falsch gemacht hast – sondern dass du dich weiter entwickelt hast und jetzt eine neue Herausforderung ansteht.

Es ist doch toll, wenn du auch während des Schuljahrs noch so begeistert sein kannst, dass du andere Dinge anpacken willst, oder? Genieß dieses Gefühl, anstatt ein schlechtes Gewissen zu haben!

(Was natürlich nicht funktioniert ist jedes Mal das Ziel zu wechseln, wenn es mühsam wird. Damit kommst du nie voran. Aber du kennst dich selbst sicher gut genug, um den Unterschied zu spüren!)

Tipp 6: Es muss nicht immer der Olympiasieg sein

Um deine Begeisterung und Motivation zu erhalten, ist es wichtig, dass du dich manchmal auch für kleine Erfolge feierst.

Du hast es geschafft, wenigstens einen Vokabeltest früher als sonst zurückzugeben? Wunderbar! Der erste Schritt ist gemacht, du hast eine alte Gewohnheit durchbrochen und solltest stolz auf dich sein! Schließlich ist der erste Schritt der Schwerste, und den hast du jetzt schon geschafft. Das ist ein Grund zum Feiern, auch wenn du noch 3 andere Arbeiten unkorrigiert auf deinem Schreibtisch liegen hast.

Schlussendlich ist keiner von uns perfekt. Und durch jahrelanges Training bist du als Lehrerin oder Lehrer einfach darauf geeicht, immer erst mal nach den Fehlern und Problemen zu suchen – vermutlich auch bei dir selbst.

Deshalb solltest du mit dir selbst auch mal ganz bewusst nachsichtig sein und dich auch für kleine Schritte in die richtige Richtung belohnen. Deine Schüler lernen die Rechtschreibung schließlich auch nur durch Übung und mit vielen Fehlern und Rückschritten!

Tipp 7: Alles nicht so ernst nehmen

Du hast dir also eine Baustelle für dieses Schuljahr vorgenommen. Du hast dir ein Erinnerungssystem geschaffen und dir Kollegen gesucht, um dich immer wieder daran zu erinnern und zu motivieren. Du bist bereit, auch auf kleine Erfolge schon stolz zu sein und deine Ziele flexibel anzupassen.

Jetzt muss es doch aber verflixt noch mal auch funktionieren, oder?

Zum Glück für uns alle nimmt das Leben sich selbst meist mit großem Humor. Die Kunst ist, auch im eigenen Leben diesen Humor zu sehen und zu genießen.

Du hattest richtig gute Vorsätze und hast deinen Nachmittag rechtzeitig für die Korrektur geblockt – aber leider kam dein Sohn mit einer Magen-Darm-Grippe aus der Schule, und dein sorgfältig geplanter Nachmittag ist komplett zusammengebrochen?

Macht nix. Wenn du dich heute Abend ein bisschen erholt hast (und hoffentlich ein Glas Wein oder eine große Tasse Tee genossen hast), dann gönn es dir einfach, das Leben mit dem Humor zu nehmen, den es verdient. Manchmal ist es auch einfach wichtig, über die eigenen Missgeschicke, Fehler und Probleme zu lachen – und dann entspannt und mit Begeisterung weiter zu machen.

Dich aufzuregen bringt ja auch nichts, und zusätzlich fühlst du dich danach noch schlecht…

(Zum gelegentlichen Aufmuntern und für den kleinen Schmunzler im Lehrerzimmer oder vor der Klasse empfehle ich übrigens die Shirts und Taschen, die ich exklusiv für Stressfrei Unterrichten herstellen lasse. Mein besonderer Favorit zum (überlebenswichtigen…) Thema „Motivation und Kaffee“ ist diese Tasse für’s Lehrerzimmer.)

….

Ich hoffe, dass dir diese Tipps dabei helfen, deine Begeisterung und Motivation durch dein ganzes Schuljahr zu tragen… Und denk daran: Ich bewundere dich sehr dafür, dass du immer wieder und wieder so begeistert und mit so vielen guten Vorsätzen in das nächste Schuljahr startest! Schon das allein ist eine ganz starke Leistung!

Wir sind umgezogen!

Stressfrei Unterrichten heißt jetzt „LehrerDasein“ – und ist passenderweise auch umgezogen:

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